Während der gleiche Hund im Erwachsenenalter einen festen und - meistens relativ sicheren - Charakter zeigt, lernen wir ihn im Junghundalter noch anders kennen.

Die meisten Hunde sind in ihrer Pubertät zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat entweder sehr selbstsicher und wagemutig oder unsicher und scheu - und das zu unserem Leidweisen manchmal nicht einmal durchgehend gleichmäßig, sondern monatlich wechselnd.

Selbstsichere Junghunde sind generell auch sehr selbstständig, suchen nicht ununterbrochen unsere Nähe und lieben es, ihre Umwelt zu erkunden. Sie haben kaum Probleme mit dem Alleinebleiben und entfernen sich daher auch auf Spaziergängen an fremden Orten oft weiter, als dem Besitzer lieb ist. Rückrufe werden gerne ignoriert, Hauptsache die Neugier wird befriedigt. Diese Hunde geben nicht schnell auf, egal welches Ziel sie haben. Welche Auswirkungen hat das auf unser gemeinsames Zusammenleben? Wagemutige Hunde lieben zwar das Training mit uns, zeigen sich aber häufig als "Ich-weiß-es-besser"- Hunde. Bleiben Sie daher konsequent bei dem einmal Verlangten und setzen Sie klare Grenzen. Klar heißt hier: schnell und deutlich. Gestalten Sie die Gehorsamkeitsübungen abwechslungsreich und binden Sie sie in den Alltag ein. Ansonsten macht Ihr Hund sehr schnell einen Unterschied zwischen Training und Nicht-Training. Diese Hunde suchen generell Grenzen, indem sie gerne provozieren, sowohl andere Hunde als auch Menschen. Genauso erleichtert sind sie allerdings, wenn wir ihnen ihre Grenzen zeigen: lassen Sie vieles nicht zu, unterbrechen Sie diese jungen Helden, wenn sie es übertreiben!

Der scheue, unsichere Hundetyp sucht dagegen so oft wie möglich die Nähe seines Menschen. Er bleibt nicht gerne alleine und zeigt nach außen hin häufig wenig Interesse an seiner Umwelt. Doch Achtung: das Interesse ist da, er traut sich häufig nur nicht und es liegt an uns Besitzern, den Keim des Interesses zu bestärken und ihm zu helfen, seine Unsicherheit zu überwinden. Ähnlich sieht es in Konfliktsituationen aus. Wir müssen gut überlegen und uns richtig entscheiden, ob wir unserem Junghund in einer bestimmten Situation helfen, damit er nicht noch unsicherer wird oder ob wir ihn eine Konfliktsituation alleine durchstehen lassen, damit er nicht in Zukunft als Weichei durchs Leben geht. Hierzu ist es wichtig, dass man seinen eigenen Hund gut kennt, seine Körpersprache (und womöglich die der anderen Hunde) lesen kann und die Situation konzentriert beobachtet. Auch unserer Mimose hilft es besonders, wenn Erziehung und Training angepasst und in den Alltag integriert werden. Gut trainierte Kommandos (oder Vokabeln - wie immer man es ausdrückt) helfen einem unsicheren Hund sicher zu wissen, was er machen soll. Generell finden wir innerhalb dieses Hundetyps meist teamfähige und selbst in der Hochphase der Pubertät relativ gehorsame Familienmitglieder. Scheuen Sie sich aber trotz allem nicht, auch bei ihnen angemessen Grenzen zu setzen.

Wie immer im Zusammenleben mit unseren Hunden ist es wichtig daran zu denken, dass Hund nicht gleich Hund ist. Lassen Sie uns jeden Hund als Individuum sehen, der einen eigenen Charakter hat, auf den wir vor allem in der Pubertät mit viel Aufmerksamkeit eingehen sollten.

Herzliche Grüße
Ihre Martina Nau
und das Baak-Dogwalker-Team

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